Fruktanampel

Was ist Fruktan? Einfach erklärt

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · Grassrisk

Fruktan – der Begriff taucht bei Hufrehe ständig auf. Aber was ist das eigentlich, und warum ist es für manche Pferde gefährlich? Eine einfache Erklärung.

Wer sich mit Hufrehe beschäftigt, stößt schnell auf das Wort Fruktan. Es ist einer der wichtigsten Risikofaktoren beim Weidegang – aber was genau verbirgt sich dahinter?

Fruktan ist ein Speicherzucker

Gräser betreiben tagsüber Fotosynthese: Mit Sonnenlicht wandeln sie CO₂ und Wasser in Zucker um. Diesen Zucker brauchen sie als Energie zum Wachsen. Produzieren sie mehr, als sie gerade verbrauchen, legen sie den Überschuss als Reserve an – bei unseren Weidegräsern vor allem in Form von Fruktan, einer Kette aus vielen Fruchtzucker-Bausteinen.

Warum speichern Gräser Zucker?

Fruktan ist die Energiereserve der Pflanze – ein Vorrat für Wachstumsschübe, kalte Nächte oder Trockenphasen. Für das Gras ist das ein cleverer Überlebensmechanismus. Zum Problem wird es nur, wenn ein rehe-anfälliges Pferd große Mengen davon frisst.

C3- und C4-Gräser

Die typischen Weidegräser unserer Breiten sind C3-Gräser – sie speichern Zucker als Fruktan und sind damit potenziell problematisch. Tropische C4-Gräser nutzen andere Speicherformen und spielen hier kaum eine Rolle.

Wann ist der Fruktangehalt hoch?

Kurz gesagt: immer dann, wenn das Gras viel Zucker produziert, aber wenig wächst – etwa bei Sonne und Kälte, bei Frost oder in der Dürre. Welche Wetterlagen konkret kritisch sind und wann die beste Weidezeit ist, erklärt der Artikel Fruktan im Gras: Wann ist das Risiko am höchsten?.

Warum ist Fruktan für Pferde gefährlich?

Große Mengen Fruktan gelangen unverdaut in den Dickdarm und bringen dort die Bakterienflora durcheinander. Die Folge können Stoffwechselentgleisungen sein, die eine Hufrehe auslösen – besonders bei Pferden mit EMS, Cushing oder Übergewicht.

Du musst den Fruktangehalt nicht selbst einschätzen: Die Fruktanampel berechnet das Risiko aus dem Wetter für deinen Standort. Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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