Fruktanampel

Hufrehe beim Pferd: Ursachen, Symptome und Vorbeugung

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · Grassrisk

Hufrehe (Laminitis) ist eine schmerzhafte Entzündung im Huf und immer ein Notfall. Wie du Ursachen verstehst, frühe Anzeichen erkennst und richtig vorbeugst.

Hufrehe – fachlich Laminitis – ist eine der gefürchtetsten Erkrankungen beim Pferd. Dabei entzündet sich die empfindliche Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel (die Huflederhaut). Im schlimmsten Fall löst sich das Hufbein und kippt oder senkt sich ab. Hufrehe ist immer ein tierärztlicher Notfall – je früher gehandelt wird, desto besser die Prognose.

Die wichtigsten Ursachen

Fütterungsbedingte Rehe (am häufigsten)

Zu viel leicht verfügbarer Zucker – vor allem Fruktan aus dem Weidegras – überlastet den Stoffwechsel. Besonders riskant sind sonnige, kalte oder trockene Tage, an denen sich viel Fruktan im Gras anreichert. Mehr dazu im Artikel Fruktan im Gras: Wann ist das Risiko am höchsten?.

Stoffwechsel: EMS und Cushing

Pferde mit Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) oder Cushing (PPID) haben eine gestörte Insulinregulation und sind deutlich rehe-gefährdeter. Übergewichtige Ponys und Robustrassen gehören zur klassischen Risikogruppe.

Belastung, Vergiftung, Geburt

Auch eine Überlastung harter Böden (Belastungsrehe), schwere Infektionen, Vergiftungen oder eine zurückgehaltene Nachgeburt können Rehe auslösen.

Symptome: erste Anzeichen erkennen

Je früher du Hufrehe bemerkst, desto besser. Achte auf:

  • Klammer, steifer Gang, vor allem auf hartem Boden und bei Wendungen.
  • Trachtenfußung: Das Pferd setzt die Hufe über die Ballen auf und entlastet die Zehe.
  • Typische Entlastungshaltung: Vorderbeine vorgestellt, Gewicht nach hinten verlagert.
  • Vermehrte Pulsation an den Zehenarterien (fühlbares Pochen oberhalb des Hufs).
  • Warme Hufe und Berührungsempfindlichkeit im Zehenbereich.
  • Häufiges Umtreten, Widerwille zu laufen, im schlimmen Fall Festliegen.

Soforthilfe – was tun bei Verdacht?

  • Sofort den Tierarzt rufen – Hufrehe ist ein Notfall.
  • Das Pferd nicht zwingen zu laufen; auf weichen, tiefen Boden oder dicke Einstreu stellen.
  • Kraftfutter und Weide sofort stoppen, nur Heu mit niedrigem Zuckergehalt anbieten.
  • Hufe kühlen kann in der Akutphase helfen – aber immer in Absprache mit dem Tierarzt.

Vorbeugung

Die beste Rehe ist die, die gar nicht erst entsteht:

  • Weidemanagement: An Hochrisiko-Tagen (sonnig-kalt, Frost, Dürre) die Weidezeit begrenzen. Die Fruktanampel zeigt dir das tägliche Risiko.
  • Gewicht im Blick behalten – Übergewicht ist der größte vermeidbare Risikofaktor.
  • Stoffwechsel abklären (EMS/Cushing) bei wiederholten Problemen.
  • Langsam anweiden im Frühjahr – siehe Sicheres Anweiden im Frühjahr.
  • Ggf. Fressbremse einsetzen und Portionsweide statt freier Weide.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Rehe-Neigung, EMS oder Cushing stimme das Management immer mit deinem Tierarzt ab.

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