Sicheres Anweiden im Frühjahr: Schritt für Schritt
Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · Grassrisk
Der erste Gang auf die Frühjahrsweide ist heikel: Das junge Gras ist zucker- und fruktanreich. So weidest du Schritt für Schritt sicher an.
Nach dem Winter freuen sich alle aufs frische Grün – aber genau hier lauert eine der häufigsten Rehe-Fallen. Das junge Frühjahrsgras ist eiweiß- und fruktanreich, und der Pferdedarm muss sich erst wieder umstellen. Langsames, kontrolliertes Anweiden ist deshalb Pflicht.
Warum langsam anweiden?
Die Darmflora deines Pferdes ist über den Winter auf Heu eingestellt. Wechselt es schlagartig auf zuckerreiches Gras, kann die Verdauung kippen – mit Koliken oder Hufrehe als Folge. Eine behutsame Gewöhnung über zwei bis drei Wochen gibt dem Darm Zeit.
Wann starten – und wann besser nicht?
- Nicht nach kalten, klaren Nächten oder Nachtfrost anweiden – dann ist der Fruktangehalt morgens besonders hoch.
- Lieber an milden, bewölkten Tagen beginnen, an denen das Gras gut wächst.
- Die Fruktanampel hilft dir, einen günstigen (grünen) Tag für den Start zu wählen.
Schritt-für-Schritt-Plan
Ein bewährtes Schema (an dein Pferd anpassen):
- Tag 1–3: ca. 15 Minuten Weide, am besten vorher Heu füttern, damit das Pferd nicht hungrig ins Gras stürmt.
- Danach täglich um etwa 10–15 Minuten steigern.
- Nach ca. 2–3 Wochen ist meist ein längerer bis ganztägiger Weidegang möglich – je nach Pferd und Risikoprofil.
- Bei Rehe-Neigung, EMS oder Cushing deutlich vorsichtiger und in Absprache mit dem Tierarzt.
Die richtige Tageszeit
Nach einer milden Nacht ist der Fruktangehalt am frühen Morgen am niedrigsten – das ist oft die sicherste Weidezeit. Nach einer kalten, klaren Nacht gilt das Gegenteil: Dann besser bis zum späteren Vormittag warten oder ganz aussetzen.
Zusätzliche Sicherheit
- Fressbremse reduziert die aufgenommene Menge deutlich.
- Portions- oder Streifenweide statt freiem Zugang zur ganzen Fläche.
- Gewicht und Hufe beobachten; bei klammer Gangart oder Pulsation sofort reagieren – siehe Hufrehe: Ursachen und Symptome.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Stimme das Anweiden bei Vorerkrankungen immer mit deinem Tierarzt ab.
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